
Pax Silica: EU schließt sich US-Initiative gegen Chinas KI-Lieferketten an

Die EU, die Niederlande, Deutschland und Griechenland sind die jüngsten US-Verbündeten, die sich Pax Silica angeschlossen haben – einer von den USA geführten Initiative zur Stärkung von Lieferketten für KI-relevante Technologien angesichts des zunehmenden Wettbewerbs mit China.
Die neuen Beitritte wurden am Dienstag zum Auftakt eines Pax-Silica-Gipfels in Washington bekannt gegeben. In einem Interview erklärte Jacob Helberg, Unterstaatssekretär für Wirtschaftsangelegenheiten und Architekt der Sicherheitsinitiative, dass auch Argentinien, Chile, Costa Rica, Kasachstan und Panama noch in dieser Woche beitreten würden. Damit erhöht sich die Zahl der Mitgliedsstaaten auf insgesamt 24.

Die USA haben Pax Silica im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um die Lieferketten für Künstliche Intelligenz in Bereichen wie Halbleiter, kritische Rohstoffe und Energieversorgung abzusichern. Jacob Helberg zufolge entstand die Initiative aus der Erkenntnis, dass Formate wie die G7 oder G20 nicht geeignet seien, Netzwerke zur Förderung von KI-Innovationen aufzubauen.
Helberg sagte, dass noch in dieser Woche mehr als 20 Länder eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen würden, in der die Notwendigkeit vertrauenswürdiger Partner für den Aufbau eines KI-Ökosystems betont wird.
Auf die Frage, wie er Länder überzeugen wolle, die glauben, die USA nutzten Pax Silica lediglich zur Durchsetzung eigener Interessen, verwies er auf Israel, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate. Diese Staaten hätten amerikanische Technologie erfolgreich genutzt, um eigene leistungsfähige Technologieunternehmen aufzubauen.
Die USA setzen verstärkt auf Pax Silica, während Washington gleichzeitig versucht, seine Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden rasch zu verringern. Helberg wollte nicht sagen, ob Peking Druck auf US-Partner ausübt, der Initiative fernzubleiben. Er betonte jedoch, Pax Silica unterscheide sich grundlegend von Chinas Belt and Road Initiative. Diese werde von staatlichen Akteuren dominiert, leide unter mangelnder Transparenz und ineffizienter Kapitalallokation und fördere "räuberische Schuldenfallen", so seine Darstellung. Helberg sagte, die USA und Kasachstan würden zudem die Einrichtung einer Wirtschafts- und Sicherheitszone in dem zentralasiatischen Land bekannt geben, um die Versorgung mit kritischen Rohstoffen auszubauen.
"Unser Ziel ist es, eine neue Partnerschaft mit Zentralasien aufzubauen, denn historisch gesehen waren die USA in Zentralasien praktisch nicht präsent", sagte er. Das Vorhaben soll einer ähnlichen Wirtschaftszone entsprechen, die die USA derzeit auf den Philippinen schaffen. Die Zonen sollen Investoren mehr regulatorische und rechtliche Stabilität bieten.
Kritiker glauben, dass Europa mit dem Beitritt zu Pax Silica seine KI-Strategie enger an die USA bindet und das Ziel einer eigenständigen digitalen Souveränität zunehmend in den Hintergrund rückt.
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