Russland

Tankstellenbetreiber wollen Verlängerung des vollständigen Exportverbots für Dieselkraftstoff

Der russische Kraftstoffverband fordert den Staat auf, das Exportverbot für Dieselkraftstoff aus Raffinerien zu verlängern. Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass Diesel im Einzelhandel – unter anderem dank des Embargos – beinahe durchgängig verfügbar ist.
Tankstellenbetreiber wollen Verlängerung des vollständigen Exportverbots für DieselkraftstoffQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Maxim Blinow

Die Kraftstoffkrise hält an. Nach einer kurzen Atempause und einer Steigerung der Kraftstoffimporte spitzt sich die Lage erneut zu, da Angriffe auf Raffinerien nach Expertenschätzungen etwa 40 Prozent der Produktionskapazitäten außer Betrieb gesetzt haben. Besonders betroffen sind unabhängige Tankstellen ohne Anbindung an vertikal integrierte Ölkonzerne – sie erhalten oft schlicht keinen Kraftstoff.

Vor diesem Hintergrund hat sich der Russische Kraftstoffverband an den stellvertretenden Ministerpräsidenten Alexander Nowak gewandt und darum gebeten, das derzeitige Diesel-Exportverbot für Hersteller über den 1. September hinaus zu verlängern. Wie es in dem Schreiben heißt, wird Dieselkraftstoff heute – unter anderem dank des Embargos – an Tankstellen praktisch ohne Unterbrechungen verkauft, doch die Verfügbarkeit des Produkts für unabhängige Tankstellen ist begrenzt. Die Zeitung Kommersant schreibt:

"Der Großteil der an der Börse erworbenen Lieferungen wird nicht ausgeliefert; der Kauf von importiertem Kraftstoff oder kleinen Großhandelsmengen zur Selbstabholung bei einigen vertikal integrierten Ölgesellschaften ist möglich. Der Großhandelspreis für diesen Brennstoff liegt deutlich über den administrativ gedämpften Börsenindikatoren, berichtet der Russische Kraftstoffverband und fügt hinzu, die Preisentwicklung am Markt zeige, dass die Nachfrage das Angebot selbst bei einem Exportstopp übersteigt."

Unterdessen teilte das Energieministerium mit, dass derzeit die Frage einer Verlängerung des Exportverbots für Dieselkraftstoff geprüft werde. Um welchen Zeitraum das Verbot verlängert werden könnte, wurde jedoch nicht näher erläutert. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet beispielsweise unter Berufung auf drei Branchenquellen, dass das Verbot bis Ende September verlängert werden könnte.

Im Energieministerium wurde betont, dass die vollständige Deckung des inländischen Kraftstoffbedarfs, einschließlich des Bedarfs der Landwirte während der saisonalen Feldarbeiten, bei der Entscheidung über das Exportverbot weiterhin oberste Priorität habe. Die Möglichkeit von Exporten werde "unter Berücksichtigung der sich entwickelnden Brennstoffbilanz, der Produktionsmengen und Vorräte sowie der Entwicklung der Binnennachfrage" geprüft, fügte man dort hinzu.

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