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FT: Unabhängigkeit von Chinas Industrie kostet Westen Billionen

Um die Abhängigkeit von China und seiner Industrie zu verringern, muss der Westen bis 2050 mehr als 23 Billionen US-Dollar investieren. Das geht aus einem Bericht der Financial Times hervor. Ausgaben in dieser Größenordnung dürften den Preisanstieg beschleunigen.
FT: Unabhängigkeit von Chinas Industrie kostet Westen BillionenQuelle: Gettyimages.ru © Kevin Frayer

Die USA und die europäischen Länder werden in den nächsten 25 Jahren zusätzlich 23,6 Billionen US-Dollar investieren müssen, um ihre Abhängigkeit von China zu verringern. Dies geht aus einem Bericht der Zeitung Financial Times (FT) hervor, der sich auf Einschätzungen der Unternehmensberatung EY-Parthenon stützt. 

Im Einzelnen wären Investitionen in den Produktions- und Technologiesektor sowie in den Wiederaufbau von Infrastruktur, Forschung, Software sowie Produktions- und Lieferketten notwendig. Der Westen sei in diesen Bereichen derzeit auf China angewiesen. Für diesen Prozess müssten die USA bis 2050 rund 13,7 Billionen US-Dollar, die Europäische Union 9,1 Billionen US-Dollar und Großbritannien 800 Milliarden US-Dollar ausgeben. Laut EY-Parthenon werde die EU ihren Haushalt zu diesem Zweck nahezu verdoppeln müssen.

Mats Persson, Analyst bei EY-Parthenon, glaubt, dass die Lokalisierung von Lieferketten, ohne Steuerzahler und Verbraucher übermäßig zu belasten, eine der größten Herausforderungen für Unternehmen und Regierungen in den kommenden Jahren sein werde. Zusätzliche Investitionen seien zwar nicht unüberwindlich, kämen aber zu den bereits geplanten Ausgaben für Energie, Technologie, Verteidigung und Infrastruktur hinzu. Die jährlichen Kosten würden mit der Ausweitung des Prozesses steigen, betont Persson.

Da chinesische Güter günstiger seien als westliche, könnte eine geringere Abhängigkeit von der chinesischen Industrie den Preisanstieg beschleunigen, heißt es in der Analyse der Unternehmensberatung. In Europa könnten die Preise in wichtigen Sektoren um 1 bis 2,5 Prozent steigen, während die Europäische Zentralbank und die Bank of England ihre Inflationsziele überschreiten würden.

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur wird China bis 2035 mehr als 60 Prozent des weltweiten Bedarfs an raffiniertem Lithium und Kobalt decken, die für den Übergang zu umweltfreundlichen Energiequellen benötigt werden. Zudem werde das Land etwa 80 Prozent des Graphits und der Seltenen Erden für Batterien liefern. Die spanische Wirtschaftswissenschaftlerin Alicia García-Herrero erklärte laut der FT, dass der Westen kurzfristig selbst durch massive Investitionen nicht von China unabhängig werden könne, da Peking die Kontrolle über kritische Industriematerialien besitze.

Im Sommer 2025 hatte die FT berichtet, dass Peking von westlichen Unternehmen verlangte, keine übermäßigen Bestände an Seltenen Erden und daraus hergestellten Produkten anzuhäufen. Im April desselben Jahres verschärfte China als Reaktion auf Trumps Handelszölle die Exportkontrollen für sieben Seltene Erden.

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