
EU unterhält Zweiklassensystem bei Hitze-Bekämpfung

Auch die belgische Hauptstadt Brüssel, der Sitz der EU-Kommission und des EU-Parlaments, stöhnt unter der derzeitigen Sommerhitze. Das führt zu ungewöhnlichen Maßnahmen, von denen zuerst das Medienunternehmen Politico berichtete. Demnach gab es im Gebäude des EU-Parlaments Stromausfälle, da sich der Energieverbrauch durch die Nutzung der Klimaanlage bei hohen Außentemperaturen gesteigert hatte.
Auch im Berlaymont-Gebäude, dem Sitz der EU-Kommission, wurde am Freitag die Klimaanlage ausgeschaltet. Allerdings nicht im gesamten Gebäude. Die künstliche Kühlung fiel nur für die Etagen 1 bis 7 aus, wie eine von Politico zitierte SMS an die Kommissionsmitarbeiter besagte. Dort sitzt die Mehrzahl der Mitarbeiter. Vom 8. bis zum 13. Stock, wo die hochrangigen EU-Funktionäre wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Kommissionsmitglieder ihren Amtssitz haben, funktionierte die Klimaanlage weiterhin.
Für die Mitarbeiter niederen Ranges gab es hingegen keine Kühlung mehr, sondern lediglich Ratschläge, die die EU-Kommission ihnen schon Anfang der Woche hatte zukommen lassen. Demnach sollten die bei der EU Beschäftigten regelmäßig Wasser trinken, früher mit der Arbeit beginnen und zur heißen Tageszeit den Aufenthalt im Freien vermeiden.

Diese Ungleichbehandlung führte zu einer Verärgerung bei den Kommissionsmitarbeitern, die nicht zu den Begünstigten der oberen Stockwerke gehörten, in denen die Klimaanlage weiterlaufen durfte. Von Verhältnissen "wie im Feudalismus" war die Rede. Ein anderer Mitarbeiter nannte die Benachteiligung der unteren Stockwerke eine "Schande".
Die in der Hitze Brüssels schwitzenden EU-Beschäftigten konnte es da auch nicht trösten, dass einer der Bevorzugten aus dem 8. Stock Politico mitteilte, dass die Temperaturen dort trotz laufender Klimaanlagen immer noch 25,7 Grad betrugen.
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