Nahost

Iran und Oman planen Korridor durch Hormus – Trump setzt auf Wirtschaftskrieg

Iran und Oman wollen einen temporären Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus schaffen – trotz Trumps verschärftem Wirtschaftskrieg gegen Teheran. Während Washington den Druck auf Irans Handelspartner erhöht, warnt Peking vor einer Eskalation und droht mit Vergeltungsmaßnahmen.
Iran und Oman planen Korridor durch Hormus – Trump setzt auf Wirtschaftskrieg

Iran hat erklärt, die Gespräche mit dem Nachbarland Oman über die Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen zu haben. Dies erfolgt vor dem Hintergrund des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks durch US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit der US-Seeblockade gegen die Islamische Republik.

Iran und Oman führen seit Wochen immer wieder Gespräche darüber, wie der Verkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße geregelt werden kann. Vor Beginn des Krieges im Februar wurden dort rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransporte abgewickelt. Seitdem ist der Schiffsverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen.

Beide Länder erklärten am Dienstag, sie hätten über einen "gemeinsamen temporären Schifffahrtskorridor" durch die Meerenge gesprochen und sich darauf verständigt, diese von Minen zu räumen. Trump behauptete am Dienstag, sämtliche Minen in der Meerenge seien beseitigt worden, und wiederholte damit Aussagen, die er bereits zuvor getätigt hatte.

Obwohl die aktiven Kampfhandlungen zwischen den USA und Iran weitgehend abgeflaut sind, sind die diplomatischen Bemühungen um ein Friedensabkommen ins Stocken geraten. Die Durchfahrt durch die Wasserstraße bleibt daher gefährlich.

Am Dienstag wurde ein Öltanker von einem unbekannten Geschoss getroffen und manövrierunfähig gemacht. Der Vorfall ereignete sich etwa neun Seemeilen (17 Kilometer) nordöstlich von Asch Schischah im Oman, das am Eingang zur Straße von Hormus liegt, wie die britische United Kingdom Maritime Trade Operations mitteilte.

Unabhängig davon erklärte der US Secret Service am Dienstag, er sei über ein vom iranischen Staatsfernsehen ausgestrahltes Video informiert, in dem ein mögliches Attentatskomplott gegen Donald Trumps jüngsten Sohn Barron thematisiert wurde.

In dem dreiminütigen Beitrag des iranischen Staatsfernsehens wurde ein mögliches Attentat auf den 20-jährigen Barron Trump erörtert. Es wurde behauptet, er werde überwacht, und auf ihn sei ein Kopfgeld von 10 Millionen Dollar ausgesetzt worden.

Trotz der anhaltenden Spannungen beginnen die USA, ihr Personal in einige diplomatische Vertretungen im Nahen Osten zurückzuschicken, die angesichts der Spannungen mit Iran evakuiert oder personell verkleinert worden waren. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass Washington das Risiko einer kurzfristigen Eskalation des Konflikts mit Iran als geringer einschätzt. Einige Botschaften werden zunächst jedoch mit reduzierter Besetzung arbeiten.

Trump schickte am Montag seinen Finanzminister vor, um im Iran-Krieg den wirtschaftlichen "Befreiungsschlag" zu verkünden. Scott Bessent rief den "ökonomischen D-Day" gegen Teheran aus und kündigte eine neue Offensive an, mit der die verbleibenden wirtschaftlichen Lebensadern der Islamischen Republik gekappt werden sollen.

Peking hat daraufhin die USA gewarnt, dass es Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werde, sollten chinesische Unternehmen in eine erhebliche Ausweitung der neuen sekundären Sanktionen der Trump-Regierung im Zusammenhang mit Iran einbezogen werden.

Die am Montag von US-Finanzminister Bessent vorgestellten Maßnahmen richteten sich gegen Unternehmen mit Sitz in Hongkong und auf dem chinesischen Festland. Große chinesische Finanzinstitute wurden jedoch zunächst nicht auf die Sanktionsliste gesetzt. China, das rund 90 Prozent des iranischen Öls kauft, erklärte, die US-Sanktionen seien illegal. Der Handel mit der Islamischen Republik "sollte nicht behindert oder gestört werden", hieß es aus Peking.

Eine deutliche Verschärfung der US-Sanktionen gegen China, das vor allem Öl von Teheran kauft, könnte die Beziehungen zwischen den beiden Großmächten nur einen Monat vor dem geplanten Treffen von US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in Washington massiv belasten.

Der Brent-Ölpreis fiel auf 86 Dollar je Barrel, nachdem Berichte bekannt geworden waren, dass Iran und Oman erneut über einen "gemeinsamen temporären Schifffahrtskorridor" durch die Straße von Hormus beraten. Der Schritt ist ein weiterer Hinweis darauf, dass sich Irans Handelspartner von der Drohung der USA mit einem Wirtschaftskrieg bislang nicht einschüchtern lassen. 

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